Wie machst Du Deine Kunst sichtbar, ohne Dich zu verbiegen?
Wie sprichst Du über Dein Können, ohne das Gefühl zu haben, Dich zu verkaufen?
Diese Fragen beschäftigen fast jede Musikerin, die den Schritt in die Selbstständigkeit geht. In der klassischen Ausbildung stehen Kunst, Technik und Repertoire im Vordergrund – selten aber Themen wie Kommunikation, Positionierung oder Zielgruppen. Genau darüber spricht Musikmanager Dominik Joelsohn in der aktuellen Podcastfolge von Mutig und Klug fragt mit Janina Rüger-Aamot.
Das Problem: Zwischen Kunst und Kundschaft
Viele Musikerinnen erleben Selbstvermarktung als Widerspruch.
Die Bühne ist Ort des Ausdrucks – nicht des Marketings. Doch genau darin liegt das Dilemma: Ohne Sichtbarkeit bleibt selbst großartige Kunst ungehört.
Wenn Du Musik studierst oder unterrichtest, lernst Du wahrscheinlich alles über Interpretation, Stilistik und Ensemblearbeit. Aber niemand sagt Dir,
– wie Du ein (Business-)Portfolio aufbaust,
– wie Du über Geld sprichst,
– oder wie Du Deine Zielgruppe erreichst.
Das führt dazu, dass viele hervorragende Künstlerinnen ihre Projekte nicht wirtschaftlich tragen können. Sie warten auf Entdeckungen – dabei könnte gezielte Kommunikation Türen öffnen.
Dominik Joelsohn bringt es im Podcast auf den Punkt:
„Ich sehe viele Musiker, die perfekt spielen, aber die Verbindung zum Publikum nicht herstellen.“
Selbstvermarktung bedeutet also nicht, Kunst zu verraten – sondern sie übersetzbar zu machen.
Ursachen & typische Muster
Warum fällt es gerade Musikerinnen so schwer, über die eigene Leistung zu sprechen?
1. Das Perfektions-Narrativ.
Viele Musikerinnen messen sich an makellosen Standards. Fehlerfreiheit wird mit Professionalität verwechselt. In der Vermarktung führt das zu Zurückhaltung – statt zu Sichtbarkeit.
2. Die Angst vor „Verkaufen“.
Selbstvermarktung wird oft mit Oberflächlichkeit assoziiert. Dabei geht es nicht um laut sein, sondern um klar kommunizieren, was Dich einzigartig macht.
3. Fehlende Business-Grundlagen.
Steuern, Verträge, Preisgestaltung – in der Ausbildung selten Thema. Joelsohn betont:
„Musiker brauchen Wissen über Finanzen und Strukturen, um frei zu sein für ihre Kunst.“
4. Fehlende Rollenmodelle.
Viele Musikerinnen sehen erfolgreiche Vorbilder, aber kaum welche, die offen über ihre Strategien sprechen. Das ändert sich langsam – unter anderem durch Plattformen wie Mutig und Klug oder econbrio, die diese Themen sichtbar machen.
5. Die unsichtbare Arbeit.
Proben, Akquise, Social Media, Buchhaltung – alles Teil des Berufs. Ohne klare Struktur kann diese Mehrbelastung zur Erschöpfung führen.
Praktische Tipps für Deine Selbstvermarktung
1. Definiere Deine künstlerische Identität
Bevor Du über Marketing nachdenkst, kläre: Wer bist Du als Musikerin?
Welche Themen treiben Dich an? Welche Emotion willst Du beim Publikum auslösen?
Das ist Dein künstlerischer USP – Dein Alleinstellungsmerkmal. Joelsohn sagt:
„Es gibt tausende Musiker, die genauso gut spielen wie Du. Warum sollte ein Veranstalter genau Dich buchen?“
2. Lerne zu kommunizieren
Authentische Kommunikation heißt nicht, ständig präsent zu sein – sondern verständlich zu sein. Sprich über Deine Projekte, über Ideen, über Hintergründe. Menschen folgen Geschichten, nicht Lebensläufen.
3. Baue Dir ein Netzwerk auf
„Ohne Netzwerk funktioniert nichts“, sagt Joelsohn. Und das gilt für jede Karrierephase.
Besuche Konferenzen (z. B. Classical Next Berlin), nimm an Festivals teil, vernetze Dich mit Kolleginnen. Beziehungen entstehen nicht durch Zufall, sondern durch Präsenz.
4. Denk wie eine Unternehmerin
Plane Deine Projekte nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich. Kalkuliere Kosten, plane Einnahmen, denke in Zielgruppen. Businessdenken ist keine Einschränkung – es ist kreative Freiheit.
Sieh Dir dazu auch unseren Artikel „Preisgestaltung für Musikerinnen: So findest Du den Wert Deiner Arbeit“
5. Starte klein – aber konsequent
Warte nicht, bis jemand Dich einlädt. Organisiere eigene Konzerte. Miete eine kleine Venue, lade Dein Publikum direkt ein. Das ist der schnellste Weg, um Erfahrungen zu sammeln und Deine Community aufzubauen.
Praxisbeispiele aus dem Podcast mit Dominik Joelsohn
Vom Architekten zum Musikmanager.
Dominik Joelsohn hatte nie Musik studiert – und fand gerade deshalb einen neuen Zugang. Er übernahm das Management eines Duos, lernte die Branche von Grund auf kennen und gründete später Music Traveller, unterstützt von Hans Zimmer und Billy Joel.
Seine wichtigste Erkenntnis:
„Manchmal ist es ein Vorteil, wenn jemand mit frischem Blick auf die Musik schaut.“
Selbstvermarktung als Teamarbeit.
Er betont, dass erfolgreiche Projekte immer auf Vertrauen basieren.
„Künstler und Manager müssen an eine gemeinsame Vision glauben.“
Für viele Musikerinnen heißt das: Suche Sparringspartnerinnen. Ob Booking-Agentin, PR-Expertin oder Coach – niemand muss alles allein machen.
Mut zur Persönlichkeit.
Eine seiner Künstlerinnen blieb Bösendorfer-Artistin, obwohl Steinway größere Marketingchancen bot. Ihr Argument:
„Das Bösendorfer klingt besser.“
Für Joelsohn ein Zeichen von Stärke – und Authentizität als Markenkern.
Selbstorganisation statt Warten.
„Viele warten darauf, entdeckt zu werden. Aber Sichtbarkeit ist kein Zufall.“
Seine Empfehlung: Eigene Projekte initiieren, statt auf Festivals zu hoffen.
Diese Haltung passt perfekt zu dem, was wir bei econbrio im Business-Coaching begleiten: Eigeninitiative und Selbstbestimmung statt Abhängigkeit vom Zufall.
Fazit
Selbstvermarktung für Musikerinnen ist kein Fremdwort – sie ist eine Kernkompetenz.
Sie verbindet Kunst mit Kommunikation, Authentizität mit Strategie und Leidenschaft mit Unternehmertum.
Du musst nicht alles sofort perfekt machen. Wichtig ist, dass Du anfängst, Dich zu zeigen – mit Deiner Musik, Deiner Haltung und Deiner Geschichte.
Wenn Du dabei professionelle Begleitung suchst, unterstützen wir Dich im Business-Coaching für Musikerinnen:
– bei Deiner Positionierung,
– bei der Preisgestaltung,
– beim Aufbau Deiner Marke,
– und bei der Verbindung von Kunst und Business.
Wir beraten Dich im Business-Coaching, damit Deine Musik sichtbar wird – und sich trägt.
Buche Dein unverbindliches Erstgespräch oder lies weiter im Artikel „Warum Dumpingpreise im Musikunterricht Dein Business zerstören“
FAQ – Häufige Fragen zur Selbstvermarktung für Musikerinnen
Was bedeutet Selbstvermarktung für Musikerinnen?
Selbstvermarktung heißt, Deine künstlerische Arbeit strategisch sichtbar zu machen – durch klare Kommunikation, Netzwerke und wirtschaftliches Denken.
Wie kann ich anfangen, mich besser zu vermarkten?
Definiere Deinen USP, baue Dein Netzwerk aus, plane Deine Projekte eigenständig und hole Dir Feedback – z. B. im Business-Coaching bei econbrio.
Ist Selbstvermarktung nicht kommerzialisierend?
Nein. Sie ist Selbstbestimmung. Je klarer Du Deine Kunst kommunizierst, desto mehr Freiheit hast Du in ihrer Gestaltung.